Arche des Geschmacks "Essen, was man retten will!"
Bremer Scherkohl
Wir wollen uns nicht fremden Federn schmücken: Scherkohl ist eine urbremische Angelegenheit. Aber neulich haben wir Scherkohl im Schützenhof in Jork gegessen, und darum wollen wir ihm auch hier ein Loblied singen: Ein wunderbares Gemüse, so irgendwo zwischen Grünkohl und Spinat, aus dem Gewächshaus schon im März verfügbar und damit Vorbote für die neue Sommergemüsesaison.. Wenn man Gernot Riedl folgt, dann hatten verschiedene Blattkohlsorten früher in Nortddeutschland eine weite Verbreitung, weshalb es den Scherkohl künftig auch in Hamburg geben darf.
Das schreibt Gernot Riedl von Slow Food Bremen: "Es ist in jedem Frühjahr dasselbe: Einige, meist ältere Bremer, kommen an meinem Marktstand vorbei und fragen schon fast resigniert: Haben sie Scherkohl zu verkaufen? Scherkohl? Nein habe ich nicht. Antwort: und dabei schmeckt er so gut. Wissen Sie wer den noch verkauft? Antwort: Also im Grosshandel habe ich noch keinen gesehen. Es soll aber hier und da noch einen Anbieter für Scherkohl geben.
Kennen Sie Scherkohl? Blattkohl? Schnittkohl? Schwarzkohl? Federkohl? Rape? Rübstiel? Bei meinen Nachforschungen über den Scherkohl sind mir alle diese Kohlvariationen genauer gesagt Blattkohlvariationen über den Weg gelaufen. Es gab sie in Grüner, gelb-grüner und auch in violetter Form. Wo sind alle diese Kohlvariationen geblieben? Also nachlesen in der einschlägigen Literatur! Das Ergebnis ist ernüchternd: es sind kaum Informationen über den Blattkohl zu finden.
Folgendes ist als gesichert zu berichten: Blattkohl wurden in ganz Deutschland, aber besonders im Nordwestdeutschen Raum, angebaut. Blattkohl ist spätestens ab den fünfziger Jahren langsam vom Markt verschwunden. Blattkohl ist frosthart und kann schon im März ausgesät werden. Es ist auch eine sehr späte Aussaat möglich. Blattkohl hat eine Entwicklungszeit bis zur Ernte von ca. 12 Wochen. Blattkohl ist somit mit das Erste und Letzte Frische Gemüse im Jahr. Blattkohl muss im jungen Entwicklungsstadium geerntet (geschert) werden, dann schmeckt er am besten. Blattkohl schmeckt je nach Sorte zwischen Wirsing und Grünkohl. Blattkohl kann wie Sauerkraut eingesäuert werden. Blattkohl wird wie Spinat, Mangold oder Wirsing zubereitet. Bremer Scherkohl ist eine besonders schmackhafte Variante des Blattkohls. Saatgut ist über die Firma Balder in der Baumwollbörse oder Dreschflegel zu beziehen."







